⚠️ Hinweis zur Rechtsberatung
Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick wieder und ist keine Rechtsberatung. Stand: Mai 2026. Verbindliche Auskünfte erhältst du bei deiner kantonalen Waffenbehörde (CH) bzw. zuständigen Behörde in DE/AT. Bei Unsicherheiten konsultiere einen auf Waffenrecht spezialisierten Anwalt.
Waffenrecht Österreich — Kategorien A bis D
Das österreichische Waffengesetz 1996 (WaffG) ordnet Schusswaffen nach vier Kategorien — A, B, C und D. Vom freien Erwerb bis zum vollständigen Verbot deckt das System die ganze Bandbreite ab. Für Sportschützen ist vor allem Kategorie B (genehmigungspflichtig) relevant.
Kategorie A — Verbotene Waffen
Vollautomaten, Pumpguns, Faustfeuerwaffen mit Stahlmantel-Munition aus militärischen Beständen, Schalldämpfer (Ausnahme: Jagd mit Genehmigung seit 2020), Stilettmesser über 9 cm.
Erwerb nur mit Sammler- oder Sportschützen-Ausnahmegenehmigung der Bezirksverwaltungsbehörde (BVB) bzw. der Landespolizeidirektion (LPD). Sehr restriktiv.
Kategorie B — Genehmigungspflichtige Waffen
Hier liegen die Kerngeschäfte der Sportschützen:
- Faustfeuerwaffen (Pistolen, Revolver)
- Halbautomatische Langwaffen mit ehemaligem Militärursprung oder ähnlichem Aussehen
- Repetierflinten mit Pistolengriff
Erwerbsvoraussetzungen:
- Mindestalter 21 Jahre (oder 18 mit Sportschützen-Bestätigung)
- Verlässlichkeit: keine einschlägigen Vorstrafen, kein Suchtproblem, keine Aggressionsauffälligkeit
- Begründeter Bedarf (Selbstverteidigung, Sport, Beruf)
- Psychologisches Gutachten durch akkreditierten Gutachter — Pflicht bei jedem Erstantrag und alle 5 Jahre erneut bei jedem Folgeantrag, Kosten ca. EUR 150–300
- Sicherer Aufbewahrungsplatz (Schrank/Tresor) ist nachzuweisen
- Waffenpass oder Waffenbesitzkarte (WBK) wird ausgestellt — die WBK erlaubt nur Besitz im Haushalt, der Waffenpass erlaubt zusätzlich das verdeckte Tragen (sehr selten erteilt, eher für Jäger und Berufstragsteller).
Sportschützen bekommen typischerweise eine WBK plus ein "Berechtigungsdokument Sport", das den Transport zum/vom Schiessstand erlaubt.
Kategorie C — Meldepflichtige Waffen
- Repetierbüchsen ohne militärisches Aussehen
- Bockflinten, Drillinge
- Einläufige Vorderlader
- Bestimmte Karabiner (z.B. Mannlicher-Schönauer)
Erwerb beim Händler ist frei ab 18 Jahren mit Identitätsnachweis. Innerhalb von 6 Wochen nach Erwerb muss die Waffe bei der BVB/LPD gemeldet und in das Zentrale Waffenregister (ZWR) eingetragen werden — die Meldung übernimmt heute meist der Händler selbst.
Eine vorhergehende Sachkundeprüfung ist nicht erforderlich, eine Verlässlichkeitsprüfung passiert nur stichprobenhaft.
Kategorie D — Sonstige Schusswaffen
- Schreckschuss-, Reizgas-, Signalwaffen mit PTB- oder eigener Zulassung
- Vorderlader-Perkussionsgewehre, sofern vor 1871 entwickelt
- Druckluftwaffen ≤ 7.5 Joule
- Imitationswaffen (Soft-Air, sofern nicht Anscheinswaffen)
Frei verkäuflich ab 18 Jahren ohne Meldung, ohne Bewilligung.
Sportschützen-Sonderregeln
Aktive Sportschützen profitieren von einer Anzahl-Erhöhung auf der Kat. B-Bewilligung: Statt der üblichen 2 Stück können bis zu 5 Faustfeuerwaffen zugelassen werden, wenn der Schiesssport-Bedarf glaubhaft gemacht wird (Vereinsbestätigung, Disziplinen-Liste).
Das Mindestalter 21 kann für Sportschützen auf 18 Jahre gesenkt werden — Bedingung ist die Mitgliedschaft in einem anerkannten Schiessverein.
Die regelmässige sportliche Tätigkeit muss bei Verlängerungen alle 5 Jahre erneut nachgewiesen werden (Trainingsbestätigung, Wettkampf-Teilnahmen).
Aufbewahrung
Verpflichtend ist eine Aufbewahrung, die unbefugten Zugriff verhindert. Konkret:
- Bis 5 Waffen: Stahlblech-Schrank, abschliessbar, oder Wandschrank mit Stahltür
- Mehr als 5 Waffen, oder Faustfeuerwaffen Kat. B in Anzahl: EN 1143-1 Stufe 0 oder höher
- Munition getrennt von Waffen (anderer Schrank oder Munitionssafe)
Verstösse werden bei Kontrollen geprüft — die BVB darf die Aufbewahrung im Haushalt überprüfen lassen.
EU-Feuerwaffenpass
Für die Reise mit der Waffe in andere EU-Staaten brauchst du den Europäischen Feuerwaffenpass (EFP). Er wird auf Antrag bei der BVB ausgestellt, gilt 5 Jahre und enthält alle eingetragenen Waffen. Bei der Ein- oder Ausreise nach EU-Schengen wird der Pass an der Grenze nicht mehr aktiv kontrolliert, ist aber bei Polizeikontrollen am Zielort vorzuweisen.
Bei Schiesssport-Reisen in Drittstaaten (UK, CH, USA) sind zusätzliche Voraussetzungen zu erfüllen — siehe Bestimmungen des Ziel-Landes.
Häufige Fragen
Wie lange dauert das psychologische Gutachten? Der Termin beim Gutachter dauert 1–2 Stunden (Fragebogen + Gespräch + Reaktionstest). Der Bericht geht ca. 1–2 Wochen später an die Behörde. Kosten EUR 150–300.
Brauche ich für Kategorie C eine Sachkundeprüfung? Nein. Kategorie C ist meldepflichtig, aber nicht prüfpflichtig.
Kann ich von DE/CH nach Österreich importieren? Mit EU-Feuerwaffenpass und Vorab-Anmeldung bei der zuständigen BVB. Privater Direktimport aus der Schweiz braucht zusätzlich Importgenehmigung — ein Händler-Transfer ist oft einfacher.
Was passiert bei Wegfall des Bedarfs? Wer das Vereins-Engagement aufgibt, muss die Waffen entweder zurückstufen lassen (Demilitarisierung) oder an Berechtigte abgeben.